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Stadtmauer des 14. Jahrhunderts Geschützgießerei

Es spricht für die gute Entwicklung der jungen Stadt, dass diese bereits im 14. Jahrhundert erweitert wurde und damit eines neuen Schutzes bedurfte. Gerade im folgenden Bereich unseres Rundganges gewinnt der Besucher eine gute Vorstellung von dieser Befestigung, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Dies vor allem auch deshalb, weil hier im östlichen Bereich der Altstadt die Türme nicht gekappt wurden. Welchen Eindruck diese Befestigung auf die Zeitgenossen machte, wird dadurch deutlich, dass von „der Stadt mit den 100 Türmen“ gesprochen wurde, auch wenn diese Zahl – selbst unter Einbeziehung der Kirchtürme – nicht ganz erreicht wurde. Man kann sich
aber auch vorstellen, dass nach der Erfindung der Feuerwaffen diese hoch aufragenden Mauern der Artillerie ein gutes Ziel bieten mussten. Dies führte dann zum Bau der bastionären Befestigung zwischen 1537 und 1572.
Drehen Sie sich jetzt bitte um zur Rossmühlstraße. Schräg gegenüber sehen Sie ein unverputztes Ziegelgebäude, die sogenannte Kanonenhalle, welche einst zur Königlich Bayerischen Geschützgießerei gehörte. Diese hatte man 1885
von Augsburg nach Ingolstadt verlegt, damit hier – im Schutze der Festung – auch in Kriegszeiten die Versorgung der Bayerischen Armee mit Geschützen gewährleistet war. Aus demselben Grund kam das Hauptlaboratorium nach Ingolstadt, welches die Munition für die Soldaten in Bayern herstellte. Damit brachte das Militär die Metallindustrie in die Stadt und selbst der nach Auflösung der Bayerischen Armee auf zivile Produktion umgestellte Nachfolgebetrieb blieb
bis nach dem 2. Weltkrieg das wichtigste Industrieunternehmen der „Schanz“.