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Harderbastei

Spätestens Anfang des 16. Jahrhunderts war nicht mehr zu übersehen, daß die hoch aufragenden mittelalterlichen Stadtmauern den immer gefährlicher werdenden Kanonen ein hervorragendes Ziel boten und von diesen zerstört werden konnten. Eine bastionierte Festung sollte Abhilfe schaffen.
Nachdem man bereits 1537 mit ersten Vorarbeiten begonnen hatte, traf im Jahr darauf Reinhard Graf von Solms, Herr zu Münzenberg (1491 - 1562) ein, um die Oberleitung zu übernehmen. Seine Lösung war einfach: Vor der mittelalterlichen Stadtmauer/Wurde ein starker Erdwall errichtet und davor ein breiter nasser Graben ausgehoben. An den geeigneten Stellen wurden dann Bastionen gebaut von denen aus Wall und Graben mit einem flankierenden Feuer bestrichen werden konnten. Eng war die Verbindung von Bastion und Stadtmauer, der man auch im halbzerstörten Zustand noch soviel Widerstandskraft zutraute, daß hier ein stürmender Gegner am Eindringen in die Stadt gehindert werden könne.
Graf Solms, der damals einer der berühmtesten Festungsbauer war, blieb bis 1545 in bayerischen Diensten. Sein Nachfolger wurde der Ingolstädter Baumeister Georg Stern, dessen schönes Epitaph sich im Münster befindet. Ab 1549 war die Festung verteidigungsfähig, die dann im Jahre 1800 von den Franzosen weitgehend zerstört wurde.
Im Volksmund scheint sich die Benennung "Harderkasematte" durchgesetzt zu haben, was nicht ganz überraschen kann, denn heute ist von der Bastion im wesentlichen nur noch das ehemalige Kernwerk mit seinem großen Hohlraum erhalten. Dieser wird von der Stadt für kulturelle Zwecke verwendet. Das Werk wird auch heute nicht mehr so stark als Bestandteil der Festung wahrgenommen, weil man den Bau mit einem Dach schützte, als er für Lagerzwecke der Garnison dienen sollte.
Der Name des Werkes geht auf das nördlich von Ingolstadt gelegene Dorf Hard zurück. Dieses hat sich entvölkert und existiert schon lange nicht mehr.