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Künette-Graben Süd

Wiederum ist es erfreulich, daß mit der Kaponniere 94 - heute fälschlicherweise "Batterie" genannt - das zweite freistehende Bauwerk erhalten ist, das einen Teil des Grabens bestreichen sollte- Entsprechend der bemessenen Aufgabe war es aber deutlich kleiner als die "Äußere Kaponniere 79".
Grund für die reduzierte Dimension war aber sicher auch der Umstand, daß der südliche Teil des äußeren Walls auf Unterstützung vom südlichen Ufer der Donau rechnen durfte. Es ist heute nämlich nahezu vergessen, daß der Brückenkopf nach Südwesten hin mit den Werken der Fronte Gumppenberg eine Fortsetzung gefunden hatte. Von dort aus konnte man nicht nur die Werke im nördlichen Uferbereich unterstützen, man konnte vielmehr das ganze westliche Vorfeld der unregelmäßigen Fronten unter ein flankierendes Feuer nehmen.
Von den Werken der Fronte Gumppenberg steht nichts mehr, sie wurden von amerikanischen Soldaten gesprengt, obwohl sie militärisch wertlos geworden waren. Wahrscheinlich zählte die US-Army das zentrale Werk, den "Roten Turm„ zu den Außenwerken der Festung und bei diesen kannten die Sieger von 1945 eben keine Gnade.
Hinter der Kaponniere hat sich ein Stück vom Wall erhalten und dahinter lag der kleine Hafen, der vor allem die Brückenpontons aufnehmen sollte. Am Hafen sollte man aber keine Freude haben, denn die Donau führte damals noch viel Geröll und Sand mit sich. Mehrfach mußte die Hafeneinfahrt ausgebaggert werden. 1892 kapitulierte man definitiv vor der Natur und begann mit der Auffüllung des Hafens.